Mobilität

Das Coronavirus veränderte auch das Mobilitätsverhalten. Statt mit dem Auto zur Arbeit zu fahren wurde vielerorts aufs Rad umgestiegen. In anderen Städten wurden im Schnellzugtempo temporäre Radwege eingerichtet (sogenannte „Pop-Up-Radwege“). Genau wie bei der Impfstoffentwicklung wurden dort gewohnte Planungs- und Umsetzungszeiträume von mehr als drei Jahren durch agile Verwaltungsverfahren auf „eine Woche nachdenken und eine Woche umsetzen“ reduziert. Klimaschutzmaßnahmen beim Verkehr wurden bisher auf die lange Bank geschoben. Aber alles geht, wenn es nur gewollt wird. 

 

In Wels werden etwa 9 % der Wege mit dem Rad zurückgelegt, in Münster (D) an die 35%. Wels könnte auch so eine Fahrradstadt werden. In Wels stagniert aber der Radwegausbau. In der Innenstadt fehlen sichere Radwege. Kaum eine Mittelschule ist gefahrlos aus allen Richtungen über Radstreifen erreichbar. Seit der letzten Gemeinderatswahl 2015 hat sich da nicht viel geändert. 

 

Ein Einzelfahrschein für den Linienbus kostet in Wels um 30% mehr als in St. Pölten oder in Dornbirn und das bei einem vergleichbaren Angebot. Die Welser Linke tritt daher für eine spürbare Reduktion der Preise bei den Welser Linien ein. Dazu schlagen wir das 1-10-100 Modell vor. Dies beinhaltet einen Einzelfahrschein um 1€, ein Monatsticket um 10€ und eine Jahreskarte der Welser Linien um 100€. Zur Finanzierung schlagen wir eine unternehmensbezogene Nahverkehrsabgabe vor. Diese kann durch das Bundesland eingeführt werden. Der Welser Gemeinderat soll sich dafür beim Land Oberösterreich einsetzen. 

 

Vorbild für diese Nahverkehrsabgabe ist die sog. “Wiener U-Bahnsteuer. Dabei gelten in der Bundeshauptstadt Ausnahmen, damit nicht kleine und angeschlagene Unternehmen darunter leiden (z.B. für Klein- und Kleinstunternehmen und bei mangelnden Unternehmensgewinnen). In Graz hat sich der Gemeinderat bereits für eine Nahverkehrsabgabe ausgesprochen, welche das Land Steiermark einheben soll. 

 

Längerfristiges Ziel ist der kostenlose öffentliche Nahverkehr. Um dies zu erreichen braucht es allerdings die finanzielle Unterstützung durch den Bund. Nur dieser kann mittels Vermögenssteuern und höheren Steuersätzen für die Besserverdiener*innen das nötige Geld dafür aufbringen. 

 

Unsere Forderungen an den Welser Gemeinderat:

  • Schließung des Radwegenetzes vor allem in der Innenstadt samt deutlich sichtbarer Markierung aller Radwege und Ausbau der Radinfrastruktur (beispielsweise Fahrradampeln mit Kontaktschwellen, überdachte Park & Ride Plätze an Bushaltestellen als Selbstverständlichkeit, Wirksamkeitsanalysen der Maßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit, u.v.a.m.)


  • 1-10-100 Modell für den Linienbus. Ein Euro für ein Einzelticket. Zehn Euro im Monat und 100 Euro für eine Jahreskarte der Welser Linien


  • Ausweitung des Busverkehrs: an Sonn- und Feiertagen, an Schul- und Arbeitstagen bis 22:30, am Wochenende bis in die Nacht dazu Zweckbindung der Gewinne aus der Parkraumbewirtschaftung für den Öffentlichen Verkehr 


  • Ausweitung des Umwelttickets zum gleichen Preis auf den gesamten öffentlichen Verkehr in der Region Wels Stadt & Land


  • Attraktive Gehsteige, Sitzgelegenheiten und wegbegleitende Kinderspielgeräte zum Verweilen und eine begrünte blumengeschmückte (Innen)Stadt laden die Menschen ein, kurze Wege zu Fuß zu gehen


  • temporäre Radwege und temporäre Begegnungs- und Fußgeherzonen („Covid open streets“)