Wirtschaft

 

Ziel der Wirtschaft sollte es sein, dem Menschen zu dienen. Der Alltag im Kapitalismus sieht für viele Menschen aber nicht so rosig aus. Stellenabbau, Lohndumping und Intensivierung der Arbeit machen vielen ArbeiterInnen und Angestellten das Leben schwer. Für die Beschäftigten (z.B. KrankenpflegerInnen und Supermarktangestellte), die noch vor einem Jahr als „systemrelevant“ gefeiert und beklatscht wurden, hat sich bis heute nichts zum Positiven geändert. 

 

Die grundsätzlichen Probleme des kapitalistischen Wirtschaftssystems (Schaffung von unglaublichem Reichtum bei gleichzeitiger Unfähigkeit der Armut Herr zu werden und einem ökologischen Desaster durch unbegrenztes Wirtschaftswachstum) können in einer einzelnen Stadt nicht gelöst werden. Das bedeutet aber nicht, dass wir in Wels tatenlos bleiben müssen.

 

Die Stadt Wels kann als öffentlicher Arbeitgeber eine Vorbildwirkung einnehmen, sowohl in sozialer als auch in ökologischer Hinsicht. Auf diesem Gebiet sind allerdings einige Fehlentwicklungen passiert. Beispielsweise wurden (vor allem im Norden der Stadt) zahlreiche Betriebe angesiedelt mit hohem Flächenverbrauch aber geringeren Beschäftigungseffekten (Speditionen, vollautomatisierte Zentrallager, Fuhrpark-Parkflächen, etc.). 

 

Wels ist längst nicht mehr „Einkaufsstadt“, sondern sollte zur Technologie-, Produktions- und Fremdenverkehrsstadt entwickelt werden. Die Struktur der Welser Großbetriebe soll verändert werden, weg vom Handel in Richtung mehr Produktionsbetrieben mit hoher Wertschöpfung. Zugleich sollen die Arbeitsbedingungen menschenfreundlicher werden.

 

Gerade die Corona-Krise und die ökologische Dauerkrise verlangen nach einem sozial-ökologischen kommunalen Investitionsprogramm. Dieses soll in erster Linie mit regionalen Unternehmen umgesetzt werden. Dabei sind Jobs im Bereich der ökologischen Wirtschaft besonders zu fördern und auf eine Erreichbarkeit der Betriebe mit öffentlichem Verkehr zu achten.

Forderungen an den Welser Gemeinderat:

 

  • Bei Neuansiedlungen von Betrieben ist auf Minimierung des Flächenverbrauchs Wert zu legen. Vom Lebensmittelmarkt bis zum Großmöbelhaus und bei Betriebsparkflächen. 


  • Förderung von Startup-Betriebsansiedlungen für Produktionsbetriebe

 

  • Wels soll zur Fremdenverkehrsstadt gemacht werden (dazu Neugestaltung der Pollheimerstraße und des Straßenzugs Fabrikstraße – Zwinger – Fischergasse mit Öffnung zum „Neuen Volksgarten an der Lokalbahn“, samt Errichtung eines attraktiven Abenteuerspielplatzes)


  • Weitgehende Mitbestimmung für Angestellte in stadteigenen Betrieben 


  • Erschließung neuer Geschäftsfelder durch kommunale Betriebe bzw. Schaffung neuer städtischer Betriebe. Dies soll  auch langfristig zu einer Verbesserung der Einnahmequellen der Stadt Wels führen.


  • Kostenbeteiligung von privaten Unternehmen bei Investitionen in die Infrastruktur