Wohnen

Bei privaten Investments in Immobilien sind hohe Erträge gefragt. Im Gegenzug wollen Mieterinnen und Mieter möglichst wenig Miete zahlen, damit Geld fürs Leben bleibt. Dieser grundsätzliche Widerspruch lässt sich am privaten Wohnungsmarkt nicht auflösen. 

 

Seit der Weltfinanzkrise 2007/2008 sind vielerorts die Mieten und die Immobilienpreise stark  angestiegen. Private Investoren wechselten von unsicheren Unternehmensanleihen, Aktien oder anderen Finanzprodukten zu Immobilien, da diese als sichere und gewinnbringende Geldanlage gelten. Dadurch stiegen die Mietkosten bei neuen Wohnungen. Geringes Angebot und hohe Nachfrage ließen auch die Preise steigen.

 

Dies führte dazu, dass  rund ein Drittel der Welser Mieter und Mieterinnen 50% ihres Einkommens oder sogar noch mehr fürs Wohnen ausgeben. Daher verwundert es auch nicht, dass bei den Wohnungsgenossenschaften in Wels 2.000 Menschen als wohnungssuchend gemeldet sind. Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaften schaffen preisgünstigeren Wohnraum. Ein Blick auf deren Websites (LAWOG, WSG und Neue Heimat) verrät aber, dass die wenigen freien Wohnungen sich in den Preisen nicht wesentlich vom privaten Wohnungsmarkt unterscheiden. 

 

Die Liberalisierung des Wohnungsmarktes führt nur zu Spekulation, Preistreiberei und Ausbeutung. Wohnen ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Da ist es nur gerecht, dass faire Preise gelten, dass  nur so viel Miete zu zahlen ist, wie für den Bau und Erhalt der Wohnung gebraucht wird. Ziel muss deshalb die verstärkte Förderung von öffentlichem Wohnungseigentum sein, möglichst mit Selbstverwaltung unter Beteiligung der Bewohner und Bewohnerinnen. 

Unsere Forderungen an den Welser Gemeinderat: 

 

  • Die Stadt Wels soll 1.000 neue Gemeindewohnungen in den nächsten 5 Jahren schaffen.


  • Einrichtung eines Kautionsfonds der Stadt Wels für die Leihe der Wohnungskaution für bedürftige Welser und Welserinnen. Nach dem Vorbild der Städte Graz, Salzburg und Linz, welche diesen bereits verwirklicht haben


  • Stärkere Einbindung der Mieter und Mieterinnen in die Anliegen der Wohnungsgenossenschaften


  • Transparente Vergabe von Genossenschaftswohnungen durch die Stadt Wels. 


  • Bei Umwidmungen von Grünland in Bauland sollen mindestens 70% für den sozialen Wohnbau reserviert werden. 


  • Mehr Grünräume im Wohnungsverband (Aufteilung des umgebenden Grünraums, begrünbare Loggien, Dachgärten statt versiegelter Dachflächen) 


  • Wohnungs-Leerstands-Erhebungen und eine wirksame Besteuerung leerstehender Spekulationsobjekte


  • Tarif- und Gebührenstopp: Keine automatischen Erhöhungen der Tarife und Gebühren für Kanal, Wasser und Müllabfuhr.